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8000 Kilometer quer durch Afrika mit dem rollenden Hotel
Februar 1992
Kenia - Tansania - Malawi - Zimbabwe - Sambia - Botswana - Namibia

Reisen, die mit Pannen beginnen...

"Euer Bus liegt mit Achsschaden im Amboseli-Nationalpark fest! Hier sind 120 kg Ersatzteile, die Ihr mitnehmen müßt, sonst geht garnichts!" Mit diesen Worten wurde unsere kleine Gruppe im Frankfurter Flughafen empfangen. Betretene Gesichter rundum, aber aus Erfahrung wußte ich, daß dies ein gutes Omen sein konnte, denn oft verlaufen gerade Reisen, die mit Schwierigkeiten beginnen, ganz besonders gut, und deswegen war ich guter Dinge.

Erstaunlich war auch, daß die ganze Gruppe nur aus 15 Leuten bestand, und zwar ungewöhnlicherweise aus 11 Männern und nur 4 Frauen. Das war offensichtlich darauf zurückzuführen, daß die anstehende Reise als "Sonderexpedition" ausgeschrieben war, die "härteste Anforderungen an Mensch und Material" stellte und außerdem einige Buschübernachtungen beinhaltetete. Vermutlich hat dies einige Frauen abgeschreckt, die sonst meist in der Überzahl sind. Und es waren ja auch tatsächlich einige recht ungemütliche Situationen durchzustehen, wie noch zu lesen sein wird.

Nachdem wir mitsamt den Ersatzteilen eingecheckt und den riesigen Frankfurter Flughafen durchwandert hatten, starteten wir pünktlich mit unserem Airbus Richtung Nairobi, der Hauptstadt Kenias, das uns am nächsten Morgen mit strahlendem Sonnenschein und einem wahren Blütenzauber der Bougainvilleen empfing. Die Uhr hatten wir zwei Stunden vorgestellt und standen nun erwartungsvoll mit unseren Koffern am Flughafengebäude. Dort empfing uns Conny, unsere Reiseleiterin für die nächsten vier Wochen quer durch Afrika. Conny machte auf uns einen selbstbewußten und ziemlich resoluten Eindruck, und wir hatten das Gefühl, bei ihr in guten Händen zu sein. Sie hatte bereits einen kleinen Ersatzbus organisiert, aber der reichte nicht ganz, so daß noch ein normales Taxi hermußte. Und das bekamen Dieter und ich, so daß wir sofort starten konnten. Das Taxi sah abenteuerlich aus; etliche Kabel und Strippen hingen lose verknotet unter dem Armaturenbreitt, über das ein schmutziges Stück Teppichboden mit Fransen gelegt war. Alles war geflickt und klapperte, und unser schwarzer Fahrer fuhr, was das Zeug hielt. Wir amüsierten uns köstlich. Nach 20 Minuten kamen wir beim Hotel Boulevard an, wechselten gleich etwas Geld für die ersten Postkarten, und kurz danach traf dann auch der Rest der Gruppe ein. Weil unser "rollendes Hotel" ja im Amboseli-Nationalpark defekt la, kamen wir ganz unerwartet in den Genuß von Hotelzimmern, anstatt in der 60 x 190 cm großen (kleinen) Koje des Rotels zu liegen. Nach dem langen Flug war uns das sehr recht.