Libyen Reisebericht: 
Fahrt zu Mr. President

In der vergangenen Woche haben wir zunächst eine mehrtägige Tour durch das imposante Akakusgebirge im Südwesten Libyens unternommen und anschließend die im Sanddünenmeer von Ubari gelegenen Mandara-Seen, die als eines der Highlights einer Libyenreise gelten, besucht.

Nach soviel Sand und Landschaftseindrücken befinden wir uns nun auf dem Weg zurück an die Küste, wo wir unter anderem die römischen Ruinen der antiken Handelsstadt Leptis Magna ansehen wollen.

Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel in Libyen könnte durchaus besser sein: Busse fahren meist nur zwischen 4 und 6 Uhr morgens ab, kleinere Orte werden sehr selten angefahren, Zugverbindungen existieren überhaupt nicht. Daher ist eine Rucksacktour durch Libyen vergleichsweise anstrengend; entsprechend trafen wir bislang außer uns beiden nur zwei weitere Backpacker - alle anderen Touristen schienen in Gruppen oder mit ihrem eigenen Geländefahrzeug unterwegs zu sein.

Zum Glück gibt es außer den Bussen jedoch noch sogenannte Louages, die als Sammeltaxen bestimmte Strecken bedienen. Maximal 7 Passagiere dürfen in diesen zumeist uralten Peugeots mit 3 Sitzreihen transportiert werden. In einem solchen Fahrzeug sind auch wir unterwegs. Neben einem Vers aus dem Koran kleben Abbildungen hübscher Frauen an der Windschutzscheibe. Photos seiner Freundinnen, wie unser Fahrer lachend erklärt. Die nebenstehenden Preise lassen jedoch keinen Zweifel zu, daß er sie aus einem Katalog für Dessous herausgeschnipselt hat.

Die Straßen ziehen sich als schwarzes Band durch die gleißende Einöde, gesäumt von zerfetzten Autoreifen. Vereinzelt kreuzt eine Sandhose den Asphalt, ab und zu spaziert dort eine Gruppe Kamele, die offenbar das steinige Gelände meiden wollen. Einmal wird die Fahrbahn sogar für wenige Kilometer sechsspurig, was wohl strategische Gründe hat, denn so kann sie bei Bedarf als Start- und Landebahn genutzt werden. Nicht allzuweit von hier empfängt Gadhafi in seinem Wüstenzelt Staatsgäste.