Da stand ich nun – an einem sonnigen Maitag nach dem Frühstück bei Freunden völlig perplex in meinem Wohnzimmer und schaute noch perplexer erst auf meinen Reisepass und dann auf das ganze Urlaubsmaterial, welches schon im Wohnzimmer nur darauf wartete, an den Flughafen gebracht zu werden. „OK meine Liebe, tief durchatmen“ .. „Dann fliegst du heute eben nicht nach Namibia und bist morgen wieder schön brav im Büro – dein Chef freut sich bestimmt..“ – mein inneres ICH versuchte, klare Gedanken zu fassen.

Und ich hatte mich damals so gefreut, als eine Freundin mich fragte, ob ich mit ihr und Freunden nach Namibia auf ne Jeeptour mitkommen möchte, machte mein Herz einen riesigen Luftsprung – endlich mal wieder Afrika – Afrika, ich komme zurück! Und sie fragte mich damals noch eindringlich, ob mein Reisepass zu diesem Zeitpunkt noch gültig ist.

Damals habe ich den Pass aufgeschlagen und irgendwie immer gedacht, ich bin erst in 2008 und im Pass stand gültig bis 2009 „na, passt doch alles..“ „tja, eben nicht“ – wie konnte das gerade mir passieren? OK, mein entspannter Nachmittag mit Freunden am See fiel nun erst mal aus – der Flug ging abends. Mir kreisten viele, viele Gedanken im Kopf. „Na, vielleicht schaffe ich es ja doch irgendwie…“

Ich griff zum Hörer, rief an der Zollbehörde am Flughafen an, und diese hat mir dann gleich unweigerlich mitgeteilt, dass ich da selbst Schuld trage, sie mir nicht helfen können und im Übrigen ist Sonntag.. „Dann müssen Sie eben eine Maschine später nach Windhoek nehmen“ – kam der Rat aus dem Telefon. Die Antwort hätte ich mir ersparen können… Der nächste Anruf galt meiner Freundin, die natürlich aus allen Wolken flog und meinte, da sie Stewardess auf der Maschine ist, kann sie mir vielleicht doch irgendwie helfen. Aber Abwarten war nicht so meine Stärke – Claudia und Geduld – das sind zwei Fremdwörter, die definitiv niemals in einem Zusammenhang genannt werden können. Ich ging mein Netzwerk im Kopf durch – wer könnte mir helfen? Lief unentwegt zwischen meinem Sportgepäck und meinem Koffer im Wohnzimmer auf und ab – und rief dann meinen Chef an, erklärte ihm die Situation und meinte lapidar, ich benötige dringend und umgehend die Mobiltelefonnummer von Michael Frühling (Name geändert), seines Zeichens Vorstandsvorsitzender einer unserer großen Businesspartner.

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