Borneo Reisebericht:
Bako Nationalpark - Dschungelabenteuer auf Borneo

„Just follow me“ rief unser Bootsführer im Bako Nationalpark, als wir ihm über den schmalen Steg zum Anlegeponton folgten. Doch nicht nur das winzige Wasserfahrzeug erzeugte ein wenig Unbehagen – auch die große Warntafel vor Süßwasserkrokodilen wirkte so gar nicht beruhigend.

Mit dem kraftvollen Außenborder war die schmale Nussschale völlig übermotorisiert und so verschwand die kleine Anlegestelle rasch in der Ferne. Dichter Dschungel zu beiden Ufern, vom breiten braunwässrigen Fluss durchschnitten, der Richtung offener See mäandert.  Ich war froh, dass unser Boot nur noch mit zwei weiteren Passagieren besetzt war. Während der Bug das Wasser durchschnitt, ragte die Bordwand kaum zehn Zentimeter aus den vorbeirasenden Fluten heraus. Der Fluss verbreiterte sich immer weiter und ging schließlich in eine weitgestreckte Bucht über – wir hatten das offene Meer erreicht. Das Ufer ist hier zunehmend von Mangroven gesäumt, hinter denen steile Felswände aufragen. Zum Glück blieb die Dünung sehr flach – bei stärkerem Seegang wäre die Fahrt ohne Schwimmwesten sicherlich ziemlich gefährlich gewesen. Nach einer knappen halben Stunde Bootstransfair war der Nationalpark erreicht und wir drei klettern voller Erwartungen auf den Pier mitten im Nirgendwo.

Camilla und Tom, ein Pärchen aus London, hatte ich vorher an der Bushaltestelle in Kuching kennengelernt. Zu dieser frühen Morgenstunde waren wir die einzigen Reisenden, die auf den klapprigen gelben Linienbus warteten und kamen so schnell ins Gespräch. Auch sie waren froh auf einen Mitwanderer gestoßen zu sein, da Touren in diesem entlegenen Gebiet nicht ohne Gefahr sind. Ein langer Holzsteg führt durch den Mangrovensumpf aufs Festland und wir folgten dem Schild Richtung Parkverwaltung. Die Eintrittsgebühr hatten wir zwar schon im Hafen entrichtet, die Parkverwaltung gibt aber nicht nur Tourenhinweise, sondern hält auch ein Wanderbuch bereit, in dem sich jeder mit Namen, avisierter Route und Uhrzeit eintragen muss, um im Notfall gesucht und vielleicht sogar gefunden werden zu können. Unsere Wahl fiel auf den „Lintang-Trail“, einem knapp sechs Kilometer langen Rundweg durch verschiedenste Vegetationszonen. Bereits auf den ersten Metern begegneten uns einige Makaken, die hier auf Warntafeln als „naughty monkeys“ betitelt, augenscheinlich nicht zu den willkommensten Parkbewohnern zählen.