Borneo Reisebericht:
Die letzten Orang Utans von Semenggoh

Die südostasiatische Insel Borneo ist eines der letzten Regenwaldparadiese der Erde und Heimat der bedrohten Orang Utans. Hier, im malaysischen Teil (Sarawak und Sabah) leben 80 Prozent der letzten Menschenaffen Asiens. Der Rest verteilt sich auf den indonesischen Teil Borneo’s (Kalimantan) und Nord Sumatra.

Dass der Orang Utan ein waschechter Malaie ist, erkennt man auch an seinem Namen. Das Wort „orang“ heißt Mensch in der Landessprache Bahasa Malaysia, während „utan“ von „hutan“ kommt und für Wald steht – Waldmenschen. Wie menschlich die Tiere wirklich sind, kann man bei einem Besuch im Wildtierreservat und Rehabilitationszentrum Semenggoh live erleben. Das Center liegt in einem Dschungelgebiet, etwa 30 Kilometer südlich von Kuching, der Hauptstadt Sarawaks, und ist per Linienbus oder mit einer geführten Tour erreichbar.
 
 
 

 



Erste Begegnungen – „Richie“ der Affenpapa
 
Wir wandern vom Parkplatz des Semenggoh-Reservats in Richtung des Fütterungsplatzes, als es plötzlich im Gebüsch raschelt. Alle bleiben stehen und sehen nach oben. Rotbraun schimmert das Fell durch das dichte Blätterdach und auch die ersten Nester können in der Höhe ausfindig gemacht werden. Nester gibt es hier viele, denn Orang Utans bauen sich jeden Tag (!) ein neues Nest aus Blättern, in einer sicheren Schlafhöhe von 12-18 Metern, in den Baumkronen!
 
Das Semenggoh Wildtier-Reservat wurde 1975 mit dem beispielhaften Entschluss gegründet, sich um die vom aussterben bedrohten Tiere zu kümmern. Zurzeit leben 25 Orang Utans, die entweder aus Gefangenschaft befreit oder verletzt und verwaist im Wald gefunden wurden im Center. Die verstörten Tiere werden medizinisch gepflegt, aufgepäppelt und auf ein neuen Leben in freier Wildbahn vorbereitet – auch wenn einige wie „Richie“, der 28jährige Orang Utan Papa, immer wieder kommen. Affenpapa Richie wurde vor einigen Jahren schwer traumatisiert aus einem Holzfäller-Camp befreit und hat im Center seine neue Heimat gefunden.
 
 
Das Center liegt innerhalb des Semenggoh Naturschutzgebietes, welches sich über 740 Hektar unberührten Regenwald erstreckt und somit für die Affen, aus ihrem natürlichen Lebensraum heraus, offen zugänglich ist. Neben der Rehabilitation der Tiere, mit dem Ziel der möglichst baldigen Wiederauswilderung, wird auch Ursachenforschung betrieben und es werden Zuchtprogramme durchgeführt.
 
Im Vordergrund des touristischen Besuchsprogramms stehen die Sensibilisierung der Besucher, sowie die Wissensvermittlung über die Wichtigkeit des Natur- und Artenschutzes. Denn nur mit Hilfe von außen kann die Erhaltung dieser einzigartigen Spezies sichergestellt werden.