Indonesien Reisebericht:
Komodo Island und seine Komodo Warane 

Der Traum einer Weltreise ging mir nicht mehr aus dem Kopf, und um mein Fernweh und meine Neugierde auf fremde Länder und Kulturen zu befriedigen begann ich zu recherchieren und zu rechnen und hörte vor allem nicht auf zu träumen und zu sparen um mir meinen Traum zu erfüllen. Alles was ich besaß wurde verscherbelt, vermietet oder gekündigt.

Während meiner Reise hatte ich das Glück einen 11-Tage Turn auf einem alten 49m langen „Piratenschiff“ zu buchen, das mich zu den Sunda-Inseln im indonesischen Archipel 500 km östlich von Bali brachte. Trockene und trotzdem grüne, hügelige Landschaft mit weißen Stränden wechseln sich mit schroffen, von Schluchten und Vulkanen durchzogenen Gebirgsmassiven ab, umsäumt von unbeschreiblich azurfarbenem Wasser.
Der traditionelle Schoner war das zu einem Tauch-liveaboard- Schiff umgebaut worden und war ein echter Luxus für uns Backpacker, die es gewohnt waren sich mit 17 Leuten ein Doorm zu teilen oder in der Wüste unter offenem Himmel im Swag zu übernachten. Es gab sogar warmes Wasser zum Duschen!! Dazu wurden wir noch mit 5 Mahlzeiten täglich gefüttert, die nichts mit dem ewig eintönigen abwechselnden „fried rice“ oder „fried noodles“ zu tun hatten, von dem wir uns in den letzten Wochen ernährt hatten. Eine willkommene Abwechslung!
 
 
Aber die Sensationen gingen beim Tauchen unter Wasser erst richtig los. Wir tauchten in aquariumsklarem Wasser oder bei pechschwarzer Nacht. Eine unheimliche Arten- und Farbenvielfalt erwartete uns. Hier in Indonesien werden immer noch unbekannte Spezies entdeckt. Alles wovon das Taucherherz zu träumen wagt wird erfüllt. Tauchgänge über schwarzem oder weißem Sand, entlang an Riffen oder im Open Water, alle möglichen und unmöglichen Kreaturen begegnen einem.
Aber es ist auch eine Herausforderung bei diesen Strömungsbedingungen zu tauchen. Oftmals wussten wir nicht, was uns unter Wasser erwarten würde. Ich erinnere mich an eine strudelartige Strömung, die aus dem Nichts auftauchte und das ganze Beiboot samt Taucher im Kreise drehte. Den zwei Tauchern, die noch nicht ins Boot geklettert waren, blieb nichts anderes übrig, als sich an der Bordkante festzuhalten. So schnell wie der Strudel aufgetaucht war, war er auch wieder verschwunden.
Ein absolutes Highlight war das Tauchen am Cannibal Rock, einem Riff mit extrem starker Strömung, gegen die kein Mensch anpaddeln könnte. Aber von der Strömung sind viele Lebensprozesse unter Wasser abhängig, und sie hat zur Folge, dass hier sehr viele verschiedene Arten jeglicher Größe aufeinander treffen. Wenn man es allerdings nicht schafft beim Tauchen den richtigen Absprungsort und –Zeitpunkt vom Beiboot zu finden, um zügig auf 30 m Tiefe abzutauchen, konnte man sich gleich einige km weiter wieder einsammeln lassen und hatte außer einer rasanten Fahrt durch den Pazifik nichts gesehen.