Baltikum Reisebericht:
Tallinn, Riga, Vilnius, die kuhrische Nehrung und die Masuren

5220 km mit dem Bus und 1100 km mit dem Schiff
15. - 30.07.2003
Bodensee – Rostock – Helsinki – St. Petersburg –
Tallinn – Riga – kurische Nehrung – Vilnius –
Masurische Seenplatte
/Polen – Posen – Berlin - Bodensee

Was für eine Reise! Wieviel Pracht und Schönheit und wieviel Elend und Armut! Wieviel Schweißtropfen im vermeintlich kühlen Norden! Wieviel zigtausend Eindrücke in nur 16 Tagen!

Dies ist der Versuch, eine unvergleichliche Reise im Telegrammstil zusammen-zufassen für all die Lieben, die nicht mitfahren konnten.

Am Dienstag, dem 15. Juli 2003, war um 2.50 Uhr Aufstehen angesagt. Jutta stand prompt vor der Tür und fuhr mich zur ersten Fähre von Konstanz nach Meersburg, wo schon die ersten Mitreisenden standen. In Meersburg wurden wir vom funkelnagelneuen Wegis-Bus mit Fahrer Rolf und seiner Frau Brigitte in Empfang genommen, lasen an verschiedenen Stellen noch weitere Gäste auf, und mit der aufgehenden Sonne vor und dem Mond hinter uns ging es in flotter Fahrt vorbei an Nürnberg, Leipzig und Berlin bis nach Linstow, etwa 80 km südlich von Rostock, unserer ersten Übernachtung nach ca. 900 km ermüdender Fahrt. Unterwegs wurden wir von Brigitte - einer feschen, flotten Vierzigerin, die mir sofort sehr sympathisch war - auf’s Beste versorgt mit duftendem Schweizer Kaffee, Kuchen und Bonbons und mit diversen Getränken. Brigitte war nicht nur unsere “gute Seele”, sondern auch die beste Reiseleiterin, die man sich wünschen kann und darüber hinaus konnte sie auch noch den Bus fahren und wechselte sich mit ihrem Mann ab. Schon der Gedanke, so einen Riesenbus zu fahren und die Verantwortung für 31 Menschen zu tragen, verursacht mir eine Gänsehaut.

 

Je weiter wir nach Norden kamen, desto flacher wurde die Landschaft und desto größer die Felder und weiter der Blick. Brigitte informierte uns über alles Interessante in der Region und gab uns manch sinniges Wort mit auf die Reise. Dank der Klimaanlage im Bus spürten wir die Hitze draußen nicht, kamen aber trotzdem ziemlich erledigt im ziemlich pompösen “Van der Valk-Hotel” in Linstow an, mitten in der Heidelandschaft mit Sandboden. Hier befand sich eine große Ferienhausanlage mit hübschen reetgedeckten Häuschen, in denen viele Familien mit Kindern Urlaub machten. Von den vielen Leckereien des Büffets - argentische, chinesische und italienische Küche - gesättigt, machte ich mit Annemarie, einer Mitreisenden, einen Spaziergang in die Umgebung des Hotels, dann ging es ab ins Bett.

Der nächste Morgen empfing uns bewölkt mit 19. Nach einem guten Frühstück ging es rasch nach Rostock. Dort liefen wir zu Fuß durch die wunderschön restaurierte und z.T. wieder aufgebaute Altstadt, und ich war sehr überrascht, wie schön diese Stadt an der Ostsee ist. Die alte Hansestadt Rostock hat 250.000 Einwohner und einen Überseehafen. Dieses Jahr findet dort die IGA, also die internationale Gartenbau-Ausstellung statt, die ich mir gerne angesehen hätte. Aber alleine dafür hätte man einen Tag gebraucht. Und auch in der Stadt selbst hätte ich noch viel Zeit verbringen mögen, denn die vielen alten Backsteinhäuser mit den herrlichen Giebeln und die vielen Straßencafés waren sehr einladend. Überall flogen Möwen herum und es roch nach Meer. Es gibt hier auch noch kleinere Plattenbauhäuser, die man mit Backsteinen verkleidet hat, so daß auch sie ganz ansehnlich sind und das grau-triste Einheitsaussehen der sonst üblichen Plattenbauten vergessen lassen.