Griechenland Reisebericht:
Epiros - Dicke Bohnen haben viel Metall

Glückliche Schweine wühlen hier noch im Schlamm, Schaf-, Ziegen- und Rinderherden ziehen mit ihren Hirten und dessen treuen Vierbeinern durch das Hinterland. Dazu glasklares Wasser, gastfreundliche Menschen und viel Natur. Die Rede ist vom Epiros, der ärmsten, aber eine der zweifellos reizvollsten Regionen in Griechenland.

Als Individualtouristen ohne fixes Ziel legen wir in der ärgsten Mittagshitze mit der Fähre im geschäftigen, aber gemütlichen Hafen Igoumenitsa an. Nun geht es weiter in Richtung Süden, fast kein Verkehr auf erstaunlich guten Straßen. Schuld sind die hohen Benzinpreise und das niedrige Lohnniveau, wie wir später erfahren. „Ammoudia“, ein kleines Fischerdorf mit einem riesigen, angrenzenden Biotop an einer halbkreisförmigen Sandbucht sticht uns von einer Anhöhe aus ins Auge. Ein nettes Appartementhäuschen, fast direkt am Strand, trifft genau unseren Geschmack.  Ein etwa acht jähriges Mädchen kommt uns entgegen, plappert etwas auf Griechisch. Als wir ihr unser Anliegen verständlich machen können, holt sie kurzerhand ein Handy, wählt und drückt es mir in die Hand. Nun bin ich mit ihrem Vater verbunden, er spricht gebrochen Deutsch und Englisch, wir handeln einen für uns sehr fairen Zimmerpreis aus, das war`s. So unkompliziert geht es nur in Griechenland zu. 
Am nächsten Tag begeben wir uns auf Entdeckungsreise durch das Dorf, an dessen südlichem Ende der Fluss Acheron aus den Bergen ins Meer mündet. Hier liegen die Fischerboote und ein paar kleine Jachten. Auf einer Bootsfahrt kann man Amazonasfeeling schnuppern, so verwachsen sind die Ufer. Hat man Glück, sieht man Schildkröten und Eisvögel, die hier nisten. Als wir aus dem Boot klettern, holen wir uns bei Theo in der Taverne ein kühles Getränk und plaudern ein wenig. Warum hier alle so gut Deutsch können, wundern wir uns. „Hier gibt es nicht viel Arbeit, die meisten Jungen gehen nach Deutschland oder Österreich, um mehr Geld zu verdienen, die meisten kommen aber irgendwann wieder ganz zurück“, erzählt uns Theo, der jeden Tag von fünf Uhr morgens bis spät in die Nacht auf den Beinen ist. „In der Früh fischen, am Vormittag kochen und dann kommen die Gäste“, meint Theo. Auch sein Bruder betreibt in Deutschland ein griechisches Lokal.