Ich erhielt eine Jagdeinladung in Form eines kleinen Zettels auf dem eine Telefonnummer notiert war.

Dort sollte ich mich melden wenn ich interessiert wäre. Natürlich meldete ich mich umgehendst und erfuhr, dass im Maschental in Tirol noch ein Spielhahn (Birkhahn) zum Abschuß frei war.
 
Die Anreise gestaltete sich nicht sehr schwierig, denn das Tal ist gut mit dem Auto zu erreichen.
Jedoch die Bezeichnung Maschen-Tal ist auf jedem Fall irreführend, denn als ich mich an einem Donnerstag Nachmittag auf den Weg machte, führte mich der Weg höher und höher in die Berge auf die Loas-Alm. Langsam kletterte das Auto die Bergstraße hinauf. Ich ließ bald alle Häuser hinter mich, fuhr durch dichten Nadelwald um endlich an der Baumgrenze am Berggasthaus anzukommen.
 
Der knorrige „Loasala“, der Hüttenwirt, begrüßte mich mit den Worten; „ Ah, die Grüne is` do, na dann fohrn wir glei los!“
Vielleicht zwanzig Minuten fuhren wir über einen schmalen, vom Schnee notdürftig geräumten Bergweg zur Maschentalalm auf. Eines der wunderschönen Gebigstäler, deren Einschnitt zwischen den Hochgebirgsfelsen beginnt und bis in`s bewohnte Tal hinunter führt. Trotzdem es schon später Nachmittag war, leuchtete die Sonne hinter dem nächsten Bergkamm hervor und überstrahlte glänzend das leuchtende Blau des Himmels.
 
 
Erleichtert endlich angekommen zu sein, begrüßte ich meinen Jagdführer. Der „bauspackiger“ alte Herr, mit roten Wangen und einem listigem Grinsen im Gesicht, saß gemütlich vor der Hüttentür. Sein grüner Hut saß schief auf seinem Kopf und seine Beine steckten in gemütlichen Holzpantoffeln. Schon wollte ich mich bei ihm niederlassen. Aber da hatte der Fritz doch wirklich schon eine Zieltafel auf einem saftig grünen „Fleckerl“ der Almwiese vorbereitet, um meine Treffsicherheit mit meinem „kleinen Kugerl“, zu prüfen.
 
Etwas zittrig von der langen Fahrt hoffte ich auf ein gutes Schussergebnis. Ich freute mich dann natürlich sehr über die zufriedenen Mienen und der Loas-Wirt brach dann auch gleich mit den Worten, “ Na dann laß` ich euch mal alleine und ein Weidmanns Heil euch beiden!“, auf.
 
Und mit der nächste Meldung, „So jetzt pack ma zamm, schaun ma uns noch die Balzplätze heut abend an!“ ging es ab in´s Revier.
Mit Rucksack und Waffe und in Winterkleidung stapften wir höher und höher. Anfang Mai gibt es in den Bergen noch immer viele Schneefelder und trotzdem erreichten wir bald die hochgelegenen Balzplätzen. Auf etwa 1700m waren die steilen Wiesenhänge tief verschneit und meist musste ich in die Fußstapfen von Fritz treten um weiter zu kommen. Endlich oben angekommen entdeckten wir einen seichten Schneekessel gefüllt mit Flaumfedern und Hahnenschweiß (Hahnenblut), ein Fuchs hatte uns offenbar schon einen Hahn gestohlen. Fritz ärgerte sich natürlich über den frechen Räuber, trotzdem war es auch eine Interessante Entdeckung.