19.01.

Die Reise startete schon mal mit Nervenkitzel. Ich saß in Zürich am Flughafen und hatte kein Flug. Der war verspähtet. Zuerst ein halbe Stunde, dann eine Stunde... Die Dame am Desk meinte mit stoischer Ruhe das reiche allemal. Ich sah mich schon in Paris sitzen und dem Flugzeug hinterher winken. In Paris dann erwartete mich und einige andere Passagiere eine weitere Dame in gelbem Kittel, die uns dann in einem Minibus im Eiltempo ins andere Terminal fuhr und uns durch die Kontrollen lotste. Die Gepäckkontrolle machte jedoch keine ausnahmen und ich musste meine Schuhe trotzdem ausziehen. Die Dame zeigte mir den Weg, ich streifte im Eiltempo meine Schuhe über, band mir nur notdürftig die Schnürsenkel, was sich als nicht so schlau erwies und sputete mich um mein Flug zu erreichen. Mein Puls normalisierte sich erst, als ich auf meinem Platz saß und meine Nachbarin dämlich angrinste. "Fliegen sie auch nach Südamerika?"..... nein, natürlich nicht, sie steigt irgendwo zwischen den Kontinenten aus... sie schein kein deutsch zu sprechen und so entzog ich mich dieser Blamage.

In Buenos Aires wurde ich erwartet und alles lief nach Plan. Wir besichtigten die Stadt und besuchten auch eine Tangovorstellung. Sehr beeindruckend für Menschen mit zwei linken Füssen wie mich. Weiter ging es in die Pampa. Wir übernachteten im "Garten" einer Estancia. Bei uns würde man das einen Park nennen. Hier herrschen andere Dimensionen. War sehr schön. Wir haben über 30ªC und der Pool war sehr willkommen. Den Reittag hab ich auch schon hinter mir. Hab alle Ratschläge beherzigt und ich sah wirklich cool aus auf diesem Pferd.

War gut erzogen, wenn ich ihm seinen Willen ließ. Der Boden war recht steinig und das Pferd gefräßig! Wenn ich die Zügel in einer Hand hielt, war da kein Unterschied mehr zu sehen zu einem dieser Gauchos - wirklich nicht. Das der Po am nächsten Tag steht’s fühlbar war, erzählte ich natürlich keinem.

 

Die Wanderung auf den Cerro de la Ventana war sehr schön. Es ist euch vielleicht nicht bewusst, aber ich hab die Ehre der Schweizer gerettet. Ich bemühte mich wirklich und kam als erste auf dem Gipfel an, zwar schnaubend wie ein Dampfross, aber wer fragt dann schon danach. Hab ich schon erwähnt, dass ich die Jüngste in der Gruppe bin? Eine Dame aus Wien ist 75 - sie kam nicht mit bis zum Gipfel.

Heute haben wir nun die Provinz Buenos Aires verlassen und sind in Puerto Madryn angekommen. Morgen gehen wir auf die Halbinsel Valdez und werden unsere ersten Robben, Seeelefanten und Pinguine sehen. Also wieder früh aufstehen. Nun sind wir ja in Patagonien und die Gegend wird einsamer und kälter....