individuelle Rösel-Reise vom 23.03. - 18.04.2001 Chile - Bolivien

Seit wir 1995 die herbe Schönheit der Atacama-Wüste kennenlernten, hatte es uns keine Ruhe gelassen, wie wird es erst jenseits der 19 schneebedeckten Vulkane hinter der Grenze Boliviens aussehen?
Und dieser Wunsch ging nun endlich in diesem Jahr in Erfüllung! Mit Uli, Martina I und Martina II gingen wir auf Entdeckungsreise. Eigentlich wollten wir erst im Herbst fahren, doch umständehalber zogen wir den Termin unmittelbar zum Ende der Regenzeit vor.
In Bolivien, dem heutigen Andenstaat ohne Meeresküste, leben etwa 8 Mio. Menschen auf einem Gebiet, welches drei Mal so groß wie Deutschland ist. Mehr als die Hälfte der Einwohner sind Indianer. Ein Drittel der Landfläche ist vom Andenhochland zwischen 3 000 - 6 000 m Höhe geprägt, der Rest gehört dem zum Teil noch unbekannten Amazonastiefland.
Bolivien kann man als das ärmste Land Südamerikas bezeichnen mit einem äußerst niedrigem Bildungsniveau. Simòn Bolivar, der die Spanier aus Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Peru herauswarf, gründete 1825 die Republik Bolivien. 190 politische Machtwechsel seit dieser Zeit ruinierten das Land. Beim Salpeterkrieg 1879 verlor es den Zugang zum Ozean an Chile, bei den Chaco-Kriegen Land an Paraguay.
Seit 1550 beuten fremde Mächte die reichen Bodenschätze des Landes aus. Damals die Spanier das Silber, im 20. Jahrhundert Kautschuk und Zinn, die Gewinne verschwendeten die drei Zinnbarone ins Ausland.
Währungseinheit ist der Boliviano, 1 DM entspricht etwa 3 Boliviano, der US-$ hat die Bedeutung des zweiten Zahlungsmittels. Bolivien ist mit großem Abstand das preiswerteste Andenreiseland und zugleich das sicherste.

23.03.2001
Nach der Übergabe von Haus und Pfleglingen in gute Nachbarshände verlassen wir beruhigt das naßkalte Leipzig in einem sehr vollen Zug Richtung Frankfurt/M. Dort treffen wir Uli und Martina II, laufen zum anderen Bahnsteig, um Martina I zu empfangen, doch der Zug von Berlin hat Verspätung. Als dieser doch noch einfährt und sie ihren kurzen feuerroten Urlaubshaarschnitt zur Tür hinaussteckt, hält der Zug schlagartig.
Beim Einchecken stutzt der freundliche Herr am Flugschalter, als sie ihm den Personalausweis statt Reisepaß aushändigt. Aber gerade dieser freundliche Herr will unbedingt den roten Paß sehen, so muß sie umbuchen und zurückfahren, um diesen zu holen! Auf Wiedersehen einen Tag später in Arica!
Mit einer Stunde Verspätung erhebt sich der A 340, vom Fensterplatz blickt man in die Nacht. Mitternacht landen wir in Madrid, um ein Bier zu trinken.