Was eben so passiert zwischen Antarktis und Äquator …

Von Nora Petzold, 34, Dresden
  
Wenn man einen Traum hat, muss man irgendwann aufbrechen um ihn zu verwirklichen. Denn „irgendwann ist auch ein Traum zu lange her“ wie es in einem Lied heißt. Ich wollte in die Antarktis. Also kündigte ich Job und Wohnung, gab meinen jämmerlich dreinblickenden Hund in gute Hände, und traf mich mit meinen Freunden in der Dorfkneipe zum Abschiedsessen, so wie alle paar Jahre wenn ich mal wieder los musste. Und, meine Freundin Manu legte mir noch eins ans Herz: Agathe. Agathe war eine hässliche kleine Steinpuppe, die wir einst geschenkt bekommen hatten. Weil niemand dieses garstige Ding in der Wohnung haben wollte, lag Agathe nun schon eine ganze Weile in Manu´s Auto herum und war somit schon weit herumgekommen. Jetzt sollte sie also mit mir auf eine 4-monatige Odyssee von der Antarktis bis zum Äquator aufbrechen.
 
 
Das ist Agathe. 
 
Teil 1: Antarktis
 

So eine Anfahrt ist nicht leicht, die Deutsche Bahn hatte Verspätung und beim Einchecken auf dem Flughafen schüttelten sie immer nur den Kopf: Pilotenstreik! In Frankfurt erkannten sie noch den Ernst meiner Lage, eine Frau begleitete mich zum Flughafendirektor, dem ich herzrasend etwas vorstotterte und so noch einen Platz im letzten Flugzeug ergatterte. In Buenos Aires stand jedoch alles still. Diese Piloten scheinen gar nicht zu wissen was so eine Antarktis-Reise kostet, und dass so ein Polarschiff nicht wartet, wenn man zu spät kommt. Mein Flug nach Ushuaia war jedenfalls gestrichen, das Gepäck fand ich auch nicht wieder und meine Tickets liefen mit einem fremden Mann davon. Mittlerweile hatte ich aber meine Reisegruppe von „Colibri-Umweltreisen“ gefunden und das gemeinsame Hoffen und Bangen schweißte uns gleich mächtig zusammen. Regelmäßig gingen wir unsere Essenmarken einlösen, die wir von der Fluggesellschaft bekommen hatten, und sprachen uns beim Pilsner Mut zu. „Wird schon noch alles klappen!!“

Linktipp: Südamerika Reisen