Indien Reisebericht:
Mussoorie, eine ehemalige englische Hillstation in Indien

Hillstations wurde von den britischen Kolonialbeamten die Orte in den Bergen genannt, an die man vor den heißen Sommern und Monsunmonaten in der Ebene flüchtete. Dort erholte man sich in der frischen, kühlen Bergluft von den Strapazen des Dienstes für das ferne Vaterland, unternahm Wanderungen, veranstaltete Bälle und pflegte allgemein ein sehr geselliges Leben. Inder waren hier nur als Dienstboten geduldet und von jeglicher Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen – bis auf einige der unermesslich reichen Maharadschas, die gern Umgang mit den Briten pflegten und ertragreiche Geschäfte mit ihnen abschlossen.

Diese Hillstations sind auch heute noch dank der britischen Kolonialarchitektur einzigartig und werden heute überwiegend von Indern der wohlhabenden Oberschicht und der immer stärker und schneller anwachsenden Mittelschicht als besondere Attraktion besucht.

 

In Mussoorie, ca 3 Fahrtstunden von Rishikesh entfernt, fällt der Gegensatz zur heiligen Stadt am Ganges extrem ins Auge – bereits ab Dehra Dun, einem Ort, bekannt für seine Eliteschulen, wirkt die Umgebung sehr viel gepflegter. Parks, Institute, moderne Schulen, Blumenrabatten auf den Mittelstreifen der Straßen wechseln sich ab – in Mussoorie dann eine fast modern wirkende Mall mit vielen Geschäften, einer Bata-Schuh-Filiale und einem Adidas-Outlet-Shop, dazwischen Stände mit Popcorn und Mais, tibetische Stände mit Billigkleidung made in China – und Filialen der Coffeeshops Barista und Coffee Day mit allen möglichen Arten von Kaffee, Latte Macchiato und europäischer Patisserie.