Indien Reisebericht:
Megacity Kalkutta – im Kali-Tempel und im Hospital der Mutter Teresa

Lärm, Schmutz, Abgase, die schier unendlich scheinende Blechlawine wälzte sich mühsam durch das Stadtzentrum von Kalkutta. Und wir drei deutschen Frauen in unserem Taxi mittendrin. Das hatten wir nun davon: Wir wollten ja unbedingt unseren Zwischenstopp für einen Besuch im Tempel der Göttin Kali und im Hospital der Mutter Teresa im Stadtteil Kalighat nutzen. Das aber lag am entgegen gesetzten Ende des Stadtteils DumDum, wo sich der Flughafen und unsere Unterkunft befanden.
 
 
Dabei waren unsere ersten Eindrücke von Indien zunächst recht nett: dem winterlich-frostigen Deutschland entkommen, flogen wir gegen Ende unseres achtstündigen Fluges einem traumhaft schönen Sonnenaufgang entgegen. Uns erwartete bei unserem ersten Zwischenstopp in Delhi, der Hauptstadt Indiens, ein strahlender und warmer Frühlingsmorgen. Vor dem Flughafen leuchtete uns ein Beet mit orangefarbenen Ringelblumen entgegen. Auf dem Weg vom internationalen zum nationalen Flughafen stand ein Bulle flankiert von zwei Kühen bewegungslos auf einer Verkehrsinsel. ‚Sind die echt oder sind es nur Figuren?’ das war hier die Frage. Doch dann zeigte eine der Kühe ein Lebenszeichen, indem sie ihren Kopf drehte. Hier und da liefen Kühe seelenruhig am Straßenrand. Eine alte, hölzerne, von einem Rind gezogene Karre zockelte durch die Straßen. Auf dem Kutschbock saß ein verrunzelter, magerer Mann, der lediglich mit einem weißen Turban und mit einem, um die Hüften gewickelten weißen Tuch, bekleidet war. Am nationalen Flughafen tummelten sich einige Affen, und Spatzen gab es also auch hier. Gegen Mittag startete unser eineinhalbstündiger Weiterflug nach Kalkutta.
 
Was ein merkwürdiger Duft, der uns schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug um die Nase wehte: Eine exotische Mischung von feuchtwarmer Meeresluft und undefinierbarer Gewürzmischung. Der Wirrwarr der Straßen ohne Beschilderung erschwerte unserem Taxi die Fahrt zu unserer Unterkunft im Stadtteil DumDum. Wir ließen unser Gepäck dort zurück und machten uns – zunächst zu Fuß - auf den Weg nach Kalighat.