Beeindruckt wandere ich wieder ins Dorf und mir begegnen viele freundliche und interessierte Blicke. Ein deratiges Fest ist für die Nomaden auch die Möglichkeit, Handel zu treiben und die Sachen, die sie nicht selbst herstellen können, zu kaufen. So wandern Gruppen von Frau fröhlich lachend an Stoff- und Schmuckläden vorbei. Die Männer trinken Buttertee und machen lachend Glückspiele. Überhaupt ist das Lachen hier allgegenwärtig. Später am Tag, als ich durch eine kleine Gasse gehe, zupft jemand von hinten an meiner Jacke. Als guter Deutscher hält man da erst einmal Portemonai und Kamera gut fest und dreht sich dann langsam um. Hinter mir steht ein kleiner, runzeliger Mann mit wenig Zähnen, der mich angrinst. Ganz freundlich und offen und der nur das eine will, so eine wie mich mal von vorne sehen. Erst bin ich erstaunt, dann kapiere ich die Situation und kann dann auch freundlich zurücklachen. Wir verabschieden uns winkend und jeder von uns dreht sich noch einmal lachend um.
Erschöpft von so vielen neuen Eindrücken, kehre ich zurück zum Hotel und lasse mir einen Tipp für ein Restaurant geben. Die Verständigung ist nur mit Händen und Füssen und viel Lachen möglich, aber nach etwas suchen finde ich dann eine kleine Suppenküche. Ich trete ein, setze mich an einen der kleinen Tische und komme mir ziemlich fett und groß vor.
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Die Tibeter sind nun einmal kleiner als der Durchschnittsdeutsche und die voluminöse Daunenjacke tut das übrige. Still beobachten mich die Gäste, die ihre Suppen schlürfen. Hier gibt es keine Speisekarte und schnell bringt mir ein kleines Mädchen eine dampfende Suppe. Sie tut gut bei dieser Kälte und ist sehr schmackhaft. Was genau darin ist kann ich nicht sagen, da ich nicht fragen kann und hier auch niemand englisch spricht. Also habe ich mir das darüber nachdenken, was drin ist in den letzten Tagen abgewöhnt. Ne Suppe halt.