Die Tour geht nach dem Mittag weiter über die B2 mit Ziel: Swakopmund. Wir kommen Swakopmund immer näher und fahren an einem kleinen noblen Wüstenort vorbei, indem Brad Pitt und Angelina Jolie ihren letzten Urlaub verbracht und ihren Nachwuchs zur Welt gebracht haben. An einigen Stellen finden wir ein paar auf Grund gelaufener Schiffswracks entlang der Küstenstraße. Viel weiter nördlich entlang der Skelleton Coast, liegt der größte Schiffsfriedhof der Welt, den wir leider nicht zu Gesicht bekommen werden - zumindest nicht in diesem Urlaub.

Wir überqueren den zur Zeit trockenen Swakop und erreichen Swakopmund über den Kreisverkehr. Swakop steht für den gleichnamigen Fluss, was soviel wie „Sch…“  wegen der Färbung bedeutet und -mund für die Mündung zum Meer.

Swakopmund hatte während der deutschen Kolonialzeit als Hafen große Bedeutung, auch wenn die Küstengewässer eigentlich zu flach sind, eine geschützte Bucht fehlt und die Brandung zu stark ist. Lüderitz war jedoch zu entlegen und hatte kein Süßwasser, und der Seehafen Walvis Bay war damals in britischem Besitz. Im August 1892 steckte darum das Kanonenboot "Hyäne" unter dem Kommando von Hauptmann Curt von François eine Landestelle nördlich der Mündung des Swakop Flusses ab, und ein Jahr später wurden 40 Siedler aus Deutschland und 120 Angehörige der Schutztruppe mit Brandungsbooten an Land gerudert, ein abenteuerliches Unterfangen. Erst 1905 wurde ein 325 Meter langer hölzerner Landungssteg fertig gestellt, der später durch eine solidere Konstruktion aus Eisen ersetzt wurde. Swakopmund wurde zum Tor für Deutsch-Südwestafrika. Die gesamte Versorgung der Kolonie wurde über den kleinen Ort abgewickelt. Also ein recht geschichtsträchtiges Fleckchen Erde… Das Stadtbild des rund 30.000 Einwohner zählenden Ortes ist durch zahlreiche Kolonialbauten geprägt und vermittelt den Eindruck, man wäre in Deutschland um die Jahrhundertwende angekommen.