Weiter geht’s, unser nächstes Ziel ist Qila Saifulla. Unterwegs entdecken wir hinten einen kaputten Reifen, fahren dank unserer Zwillingsbereifung jedoch weiter bis zum nächsten Ort. Ein Reifenwechsler ist schnell gefunden, Erkennungszeichen: 5 Reifen vor der Holzhütte. Unter Aufsicht von etwa 30 neugierigen (ausschließlich männlichen) Augenpaaren erklären wir unser Problem mit Händen und Füssen, bald kommt uns ein englisch sprechender Herr zu Hilfe und ernennt sich selbst als Dolmetscher. Der Reifen wird gewechselt und der Alte repariert. Unsere neue Bekanntschaft Sami wohnt nicht weit entfernt und lässt es sich nicht nehmen, uns bei sich zuhause einzuladen. Uns erwartet eine Villa, die hier in der Gegend sicher ihresgleichen sucht. Aufgeregt werden wir von Ehefrau und Schwester empfangen, die Frau greift zum Telefon und trommelt die gesamte Verwandtschaft zusammen. Innerhalb der nächsten halben Stunde trudeln 21 Tanten, Onkels, Cousinen und Cousins ein, um uns eingehend zu beäugen. Wir werden bestens mit Tee und Keksen bewirtet und über alles Mögliche ausgefragt. Die nette Einladung endet mit einem Rundgang ums Anwesen, mit dem Versprechen auf ein Wiedersehen und mit einem Blick in unseren Bus. Unglaublich, wie viele Leute in unseren Bus passen!!!

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Auf diese Weise gestärkt machen wir uns auf nach Dhera Gazi Khan. Die Strecke beginnt schön, hinter einer mit spärlicher Vegetation bewachsenen steinigen Hügellandschaft erheben sich stolze Bergmassive vor tiefblauem Himmel, wir sind gut drauf. Wir kommen den Straßen entsprechend gut voran, und wollen am Abend noch die Stadt erreichen. Als Kopilotin sehe ich das Problem schon vorher: Was ich hinter den nächsten Kurven als Straßensperre vermute entpuppt sich als ebensolche, eine Baustelle, wie man uns verklickert. Pakistanische 10 Minuten lassen sich vergleichen mit europäischen Zwei Stunden und der Sonne weicht allmählich mehr und mehr die Dämmerung. Noch sind wir etliche Kilometer von Dhera Gazi Khan entfernt und vor uns liegt eine Passstrecke die, soviel erkennen wir, zum Großteil unbefestigt ist. Endlich wird die Sperre freigegeben und im Nu stecken wir nicht nur in der Dunkelheit sondern auch im Stau fest. Interessanterweise wurden (einspurig) beide Seiten gleichzeitig losgeschickt und nun geht es weder vorwärts noch rückwärts. Es dauert eine weitere Ewigkeit, bis wir weiterfahren können, was mit den LKWs hinter uns passiert werden wir nie erfahren.