Indien – am Ziel

Aufgeregt wandern unsere Blicke über das Farbenmeer unzähliger Inder. Frauen in leuchtenden Saris und Männer mit bunten Turbanen drängen sich auf den Tribünen und rufen lautstark nationale Parolen im Chor. Dazwischen wird applaudiert und das Militär patrouilliert zu Fanfaren. Hinter der Grenze lassen sich die pakistanischen Kontrahenten ausmachen – weit nicht so viele, um einiges leiser und nahezu farblos braun, beige und weiß gekleidet. Was wir hier sehen ist ein skurriles Spektakel ‚Indien gegen Pakistan’ (bzw. umgekehrt) was sich laut unserem Reiseführer jeden Abend pünktlich um 17 Uhr abspielt, die Tribünen wurden eigens dafür errichtet.

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Wir haben vor einer Stunde die indische Grenze passiert, es war knapp, denn um 16.00 Uhr schließen die Schalter. Wir waren fünf Minuten vorher da, zu spät – wie man uns erklärte. Ein paar US Dollar Bakschisch ließen die Beamten wieder zu ihren Schaltern zurückkehren, nach dem Motto: ‚I help you, you help me!’
 

Welcome to India!

Endlich – wir können es kaum glauben, tauchen wir wieder ein in eine andere Welt. Sieben Mal haben wir Indien bereist, mit dem Bus, mit der Bahn, mit dem Motorrad. Und immer wieder fasziniert es uns aufs Neue. Schon 50 Meter nach der Grenze pulsiert das Leben auf eine andere Weise. Indien macht sich in erster Linie durch seine Lautstärke, Enge und Buntheit bemerkbar. Lautsprecher senden krächzende Musik, - muss nicht schön sein, laut muss es sein. Zu unserer Freude treffen wir wieder Frauen auf den Straßen an, Frauen im öffentlichen Leben. Die Menschen sind – was für eine Wohltat – in allen erdenklichen Farben gekleidet und lächeln uns neugierig an. Und es sind viele Menschen, unzählig viele. Wir lassen uns von dem Treiben mitreißen, genießen Pakoras (frittiertes Gemüse im Teigmantel) und sind froh, ‚angekommen’ zu sein.
 

Am nächsten Tag fahren wir nach Amritsar, mitten in der Stadt ein bewachter Parkplatz. Bevor wir den Goldenen Tempel besuchen stürzen wir uns in den indischen Alltag und beobachten bei einem Spaziergang das Leben auf der Straße: