Die Nächte im Zelt sind unruhig, aber selten war es so aufregend, nicht schlafen zu können. Immerhin trennt uns nur eine dünne Zeltwand von der Wildnis, vom Busch. Es ist laut. Zwitschern ist fast immer zu hören, doch oft melden sich auch die größeren Tiere. Das Grunzen der Nilpferde ist so laut, dass wir oft senkrecht im Bett sitzen und durch das Moskitonetz-Fenster in die vom Vollmond erleuchtete Nacht starren: Wo sind die Hippos, kann man sie sehen? Sie grasen, das ist zu hören, weit können sie also nicht sein. Nilpferde verbringen den ganzen Tag im Wasser, draußen wäre es zu heiß für sie, ihre Haut hat keinerlei Schutz gegen die Sonne. Aber nachts kommen sie raus, gehen oft kilometerweit, um zu grasen.
 
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Die Nächte sind kurz. Gegen fünf wird es hell und wir stehen auf. Ausschlafen gibt es nicht auf einer Safari, die noch kühlen Morgenstunden müssen genutzt werden, bevor es dann zu heiß wird, nicht nur für uns, auch für die Tiere. Die liegen dann irgendwo träge im Schatten, die schönsten Tier-Erlebnisse hat man morgens oder am späten Nachmittag. Nach dem Aufstehen gibt es eine Tasse Kaffee, dann geht es los in den Busch, entweder mit dem Geländewagen oder zu Fuß. Walking Safaris sind ein sehr unmittelbares Erlebnis, auch wenn wir dabei kaum Tiere sehen. Doch zu Fuß in der Wildnis unterwegs zu sein, die Spuren von Löwen, Leoparden und Elefanten zu sehen und ebenso zu bestimmen wie ihren Kot, ist aufregend. Wir bekommen einen Blick für die kleinen Dinge, die wir sonst übersehen. Unsere Führer erzählen uns, welche Pflanzen traditionell eingesetzt werden und wie sie wirken. Und so lernen wir auch, dass die längliche große Frucht des Leberwurstbaumes, der hier so typisch die Landschaft prägt, von Männern zur Penis-Verlängerung eingesetzt wird. Eine junge und frische Frucht muss man dafür halbieren und den Saft trinken. Aber Vorsicht, die am Baum verbliebene Hälfte muss im Auge behalten werden, erklärt John uns augenzwinkernd. Denn der Penis wächst mit und man stelle sich vor, der betreffende Mann ziehe ich eine andere Gegend, vergesse den Leberwurstbaum – und die Frucht wächst und wächst...