Die Fahrt geht weiter Richtung Tsumeb über die B1. Tom Henry, unser Buchautor, hat in einem Zeitungsausschnitt etwas über den Hoba-Meteoriten bei Grootfontein („Große Quelle“) gelesen und kann Melissa noch für einen kleinen Abstecher gewinnen. Der Abstecher von 24 Kilometer auf die „Hoba“-Farm hat sich gelohnt, vor uns liegt der größte und schwerste je gefundene Meteorit auf der Erde. Der Hoba-Meteorit ist 60 Tonnen schwer und besteht aus 82 % Eisen, 16 % Nickel und 1 % Kobalt. Sein Alter wurde auf 80.000 Jahre bestimmt. Viel Zeit bleibt uns leider nicht hier zu verweilen, denn wir haben erst das halbe Tagespensum absolviert und vor uns liegen noch 250 km auf der B8 bis zur Distrikthauptstadt Rundu an der angolaschen Grenze. Der ganze Truck ist am schlafen, selbst Melissa hat die Augen nicht offen halten können. Der einzige der hart am Arbeiten ist, ist Willhelm. Barfüßig und hin und wieder mit einem Schluck Bier oder Wein findet er den Weg nach Rundu.

Die Landschaft wird immer afrikanischer, man sieht strohgedeckte Rundhütten aus Lehm in kleinen Siedlungen unweit der Strasse stehen, das Buschland wird dichter und grüner und auch die Bäume immer zahlreicher. In Rundu angekommen, bleibt uns noch etwas Zeit, die letzten Besorgungen für das Okavango-Delta zu machen. Wir sparen nicht mit Bier und Wein und kaufen so richtig in einem Spar-Markt ein - natürlich mit Kontrolle von bis an die Zähne bewaffneten Männern am Ausgang, die unsere Beutel checken! Ines ist inzwischen stolzer Besitzer einer neuen Flecktarnmütze, als schmückender Sonnenschutz. Die 15 km bis zu unserem Camp am Okavango-River sind schnell überbrückt. Sanft gleitet der Okavango durch die grüne Landschaft, eine Farbe an die wir uns erst einmal wieder gewöhnen müssen. Unser Camp liegt in der Nyma Lodge, eine kleine sehr gepflegte Anlage mit einer für unsere Verhältnisse zu klein geratenen Bar. Es ist einfach toll hier am Ufer des Okavangos - hier soll’s auch Krokodile geben - zu sitzen und ein paar „Savanna-Dry“ zu trinken. Das Savanna-Dry hat es uns mittlerweile angetan. Dieses wahnsinnig lecker schmeckende und erfischende Cider wird langsam zum Kultobjekt. In  ein paar Tagen werden wir den Okavango wieder sehen und zwar in seinem ca. 20.000 qkm großen Delta. Leider müssen wir noch unsere Zelte aufbauen. Es ist einfach ekelhaft, die klatschnassen schlammigen und stinkenden Zelte, die nicht trocknen konnten und bei der Hitze im Truck verstaut waren, aufzubauen. Mit dem „Einziehen“ warten wir noch ein wenig und genehmigen uns noch einige Savanna-Dry, nachdem die ausgegangen waren noch ein paar einheimische Bierchen und zu guter letzt noch die Alkopops, die noch die letzte eiserne Reserve der Bar waren. Die wenigen von uns, die einen Platz in der Lodge reserviert hatten, konnten sich glücklich schätzen, nicht in den stinkenden Zelten schlafen zu müssen…