Wir fahren weiter, haben aber leider nur kurz die Möglichkeit, einen Blick auf die  über  6.100 qkm große Etosha-Salzpfanne zu werfen. Einstmals, vor rund zwei Millionen Jahren, gab es hier einen riesigen See, der durch den Kunene-Fluss gespeist wurde und später durch Änderung des Flussverlaufs allmählich austrocknete.

Bald erreichen wir den Campingplatz, der natürlich nach außen nicht abgesperrt ist und auf dem es nur so von Erdhörnchen wimmelt. Der Campingplatz verfügt über ein Wasserloch, an dem es am Abend eine Unmenge an Tieren zieht. Welche Tiere hängt von der Uhrzeit ab, denn hier gibt es klare Regeln, wer wann an das Loch darf und so ist es auch kaum verwunderlich, dass wir den Abend bis tief in die Nacht allesamt am Wasserloch zubringen. Verbunden mit dieser Ruhe und Friedlichkeit mit der die verschiedenen Tiere gleichzeitig am Wasserloch sind, natürlich mit 2 oder 3 Gläsern Wein, ist dies besser als jeder Fernsehabend.  Die Nacht ist lustig - alle sind gut gelaunt und trinken reichlich - es ist wahrscheinlich, dass hier ein kausaler Zusammenhang existiert. Zum Abendessen gibt’s lecker gerillten Fisch - Snook oder auch Sergeant Fisch genannt. Trotz des schönen gemütlichen Lagerfeuers und der guten Stimmung zieht es uns alle doch wieder ans Wasserloch zur Tierbeobachtung. Dank der kleinen Flutlichtanlage die das Wasserloch beleuchtet und die die größten (2 - 3 cm), flugunfähigsten Käfer die wir je gesehen haben anzieht, können wir noch bis halb 2 am Wasserloch aushalten. Hin- und wieder laufen Schakale direkt an uns vorbei und ich meine direkt vorbei! Giraffen bewegen sich so sanft durch das Dunkel zum Wasserloch hin und wieder weg, ohne das man eine sichtbare Bewegung registriert hätte und so kommen und gehen Elefanten, Nasshörner, Zebras und Hyänen. Noch Stunden hätten wir hier sitzen und trinken, äh - beobachten können, wenn da nicht der Sandmann wäre. Dennoch ist es ein komisches Gefühl ohne eine Abtrennung von Schakalen, die nachts ums Zelt schleichen, inmitten der Wildnis zu campieren…manche haben nachts auch Löwen brüllen hören - wundern würde es mich nicht.