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Himba - Outjo - Etosha-Park
Der Morgen beginnt mit einem Besuch im benachbarten Himba-Dorf, wo wir von den Kindern schon freundlich und mit Gekreische erwartetet werden. Die Kleinen sind schon glücklich, wenn sie an die Hand genommen und geschaukelt werden. Das macht allen Spaß, auch wenn’s dabei etwas Gerangel gibt, wer zuerst schaukeln darf. Auch wenn das Dorf, bzw. die 4-5 Hütten noch sehr unberührt scheinen, so merkt man bei genauerem Hinsehen schon den deutlichen Einfluss des Tourismus - Kunststofftonnen, Töpfe etc.. Unsere beiden Deutschen Ildiko und Jutta sind von der Schönheitspflege der Himbas, bei der der gesamte Körper mit einer geriebenen Mischung aus ranzigem Butterfett und Ockerfarbe mit etwas Harz des Omuzumba-Strauches eingerieben wird und den Himbas den rötlichen Glanz ihrer Haut verleiht, ganz angetan. Beide beschmieren sich nur oberflächlich und an ein paar Stellen mit den rotbraunen Dreck, wodurch die käsigen Haut besonders gut zum Vorschein kommt - für uns allemal ein Lächeln wert! Nicht lange später kommt besagter weißer Häuptling mit ein paar Rindern ins Dorf geritten - Himba-Männer haben wir so gut wie keine gesehen! Eine Ziege wird vor unseren Augen durch Abdrücken der Halsschlagader und anschließendem Häuten, verzehrsfertig gemacht. Wir suchen das Weite, bevor wir vor lauter Gastfreundschaft Blut trinken müssen. In einer Hütte quetschen sich alle unserer Truppe rein und schon steigt die Verkaufsveranstaltung. Es werden traditionelle Schmuckgegenstände verkauft, wie Armreifen aus geriebenem Kupfer, Perlenketten und Ketten mit Muscheln, aber auch ein halber Reißverschluss wird schnell zum Armband umfunktioniert. Die Preise sind eher ein kleines Gastgeschenk, aber wir hatten uns schon vorher rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Pigo muss unbedingt noch den armen Esel reiten - armes Tier. Der weiße Häuptling der einen mächtig sozialen Eindruck vermitteln wollte, hat dies bei uns leider nicht geschafft, auch der echt traditionelle Schmuck und die „traditionelle“ Lebensweise - wer es nicht merkt, dies ist sarkastisch gemeint! Der ganze Besuch lässt bei uns ein etwas beklemmendes Gefühl zurück, aber anders haben wir es auch nicht erwartet. Leider drängt auch die namibische Regierung die Himbas immer mehr zurück. Aber für andere mit Dreck beschmierte Deutsche, war es eben ein unvergessliches Erlebnis auf Fremde und touristisch völlig unbehelligte Zivilisation zu treffen. Mit Werner und Monika können wir wenigstens unser Gefühl teilen. Es geht wieder zurück nach Outjo zum Mittagessen und schon wieder schlägt das Bermudadreieck zu. Diesmal verlieren wir unseren fast nicht englisch-sprechenden Koreaner, der einfach nur die Uhrzeit für den Treffpunkt falsch verstanden hat. Den Ort kennen wir jetzt in- und auswendig. Unsere Fahrt geht diesmal zielstrebig auf der C 38 Richtung Norden nach Okaukuejo zum Etosha-Park. Noch auf dem Weg vom Anderson-Gate, dem Eingang zum Etosh-Park, zum Camp sehen wir das erste Nashorn, den ersten der Big-Five! Natürlich möchten wir alle der Big-Five sehen - und die Chancen stehen gut, denn hier gibt es auf die ganzen 22.000 qkm des Nationalparks verteilt, rund 250 Löwen, 4.000 Gnus, 8.000 Oryx-Antilopen, 300 Nashörner, 2.500 Giraffen, 6.000 Zebras, 20.000 Springböcke und über 2.000 Elefanten.