Etosha-Park

 5:20 Uhr aufstehen, damit wir bei unserer Frühpirsch noch einige Tiere sehen. Unterwegs gibt’s in einem kleinen abgezäunten Gehege Frühstück. Fast alle sind müde; das Wasserloch am Vorabend hat alle wach gehalten und fordert seinen Tribut. Wir fahren weiter Richtung Halali für unser Mittagessen und es sind gefühlte 60°C. Fast der gesamte Truck schläft. Ähnlich halten es die Tiere. Sogar Tom, der  sonst keine Sekunde verschläft und ständig damit beschäftigt ist alles zu dokumentieren, kommt nicht ohne ein kleines Nickerchen aus - Zeit für ein paar Schnappschüsse der Schlafenden. Da es die letzten Tage gut geregnet hat, sind die Tiere auch nicht auf das Wasserloch in Halali angewiesen und so gibt’s da auch nix zu sehen - wir sind etwas enttäuscht. Dennoch kreuzen eine ganze Reihe von Tieren unseren Weg, darunter Nyala’s, Zebras, Elefanten, Giraffen, aber auch Kudus, die uns des Öfteren sogar den Weg versperren. Es geht immer entlang der C38, der einzigen Straße durch den Etosha-Park.

Am Nachmittag erreichen wir unseren Campingplatz in Namutoni. Hier laufen Warzenschweine und Mangusten frei herum. Wir bauen noch unsere Zelte fix auf und unternehmen noch einen kurzen Game-Drive in die Umgebung. Im Aufbau der Zelte haben wir schon genug Erfahrung gesammelt und so ist innerhalb von 5 Minuten der ganze Bus abgeladen und alle Zelte aufgebaut und eingeräumt. Einige von uns ziehen es aber lieber vor noch im Camp etwas Schlaf nachzuholen, aber die Chance in der Abenddämmerung noch einige Tierchen zu erwischen lassen wir uns nicht entgehen. Und es hat sich gelohnt. Wir sehen eine ganze Herde von Oryx-Antilopen im saftigen Savannengras, aber auch Schakale die gerade eine Riesentrappe reißen. Auf Englisch heißt der schwerste flugunfähige Vogel „Kori-bustard“ - Kommentar von Craig: „Can the Bastard fly?“. Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite und wir vor lauter Lachen kein scharfes Bild auf der Kamera. Zurück im Camp wird erstmal am Lagerfeuer gegessen und mit meinem heldenhaften Auftreten konnte sogar ein Schakal vom Lagerfeuer vertrieben werden. Gleich nach dem Essen ist schon wieder schlechtes Wetter im Anmarsch, deshalb setzen wir uns schnell noch eine halbe Stunde ans Wasserloch. Zwar sind hier keine Tiere, weil alle Wasserlöcher in der Umgebung voll sind, aber da am Horizont ein wahnsinniges Gewitter aufzieht und es alle 2-3 Sekunden blitzt, ist dies Unterhaltung genug für uns - natürlich gibt’s zum Fernsehabend auch ein Bierchen. Herrlich - überall ist Stille, nur ein paar Grillen zirpen im Gras und am Horizont blitzt es ständig. Es ist einfach herrlich, zumindest so lange bis der Sturm uns ereilt und so flitzen wir zu unseren Zelten zurück, wo Melissa und die Koreaner schon dabei sind die gesamten Zelte in den Windschatten des Trucks zu ziehen und aneinander zu binden und mit der Wasserabweisenden Haube zu überziehen. Wir helfen noch kräftig mit, trotzdem, uns bleibt nix übrig, als von Regen eingeweicht, in den Schlafsack zu krabbeln und das wirklich heftige Unwetter über uns hinweg ziehen zu lassen. Die Hoffnung auf einen trockenen Morgen bleibt…