Doch die Abfahrt verzögert sich um 20 Minuten weil die Fahrer die Scheiben sauber wischen mussten. Sie hatten den Bus offensichtlich in der Nähe eines Geiernestes geparkt. Und die hatten vermutlich Durchfall.
Als wir aus der Stadt fahren passieren wir zuerst einen Lagerplatz auf dem Algen als Düngemittel getrocknet werden. Dann ein großes Feld mit Feigenkakteen. Die Baumallee setzt sich fort. Jetzt sind es teilweise Palmensetzlinge.
Kleine Orte, winzige Kirchen, einige kleine Minen für Gold, aber auch andere Mineralien.
Die Oase Yauca ist dank eines Zuflusses zum Rio Grande wunderbar grün. Das war sicher auch in den weit zurückliegenden Zeiten so, denn wir passieren bald in einigem Abstand Chaucilla, wo es einen großen Friedhof gibt. Viele Jahre lang wurde der allerdings von Schatzsuchern geplündert, die den Ort vollständig zerstörten und die Schätze, die seit Jahrhunderten in den Gräbern der Mumien lagen, raubten. Die Grabräuber lieβen lediglich die Leichen zurück, die noch heute in ihren über das ganze Gebiet verteilten Gräbern liegen. Hier sind also trotz der Plünderungen noch mehrere Jahrhunderte alte zu Gräber sehen, Knochen und Schädel mit den Haaren der Mumien. Auch Keramiken und andere Fragmente. Es ist der einzige archäologische Ort in Peru, an welchem alte Mumien zusammen mit bis zu 1000 Jahre alten Artefakten in ihren originalen Gräbern gesehen werden können. Allerdings auch das nicht von uns. Unser Programm umfasst auch diesen Platz nicht.
Wir sind jetzt fast genau südlich fahrend in einer Geröllwüste unterwegs, passieren den Abzweig nach Marcona und den Küstenort Puerto San Juan.
Plötzlich legt sich eine Wolkendecke erst über die Spitzen der Berge links von uns, dann, als wir immer tiefer hinunterfahren ins nächste Trockenflusstal, über den ganzen Himmel. Lichtstreifen aus Wolkenlöchern tauchen da die Wüstenebene in Pastelltöne.
Der Verlauf des Flusses wird hier nur noch durch wenige Büsche und Bäume angedeutet. Allerdings sehen wir auch eine Pipeline. Da erklärt uns Lukas, dass da doch noch Grundwasser zur Förderung von Trinkwasser vorhanden ist.