Swakopmund - Spitzkoppe

 Heute wird erstmal ganz zivilisiert ausgeschlafen und das Gepäck erst gegen 8:00 Uhr im Truck verstaut. Die nassen Sachen von Ines sind inzwischen getrocknet und unsere Wäsche ist gewaschen. Gegen 10:00 Uhr verlassen wir Swakopmund und fahren die B2 Richtung Norden. Nach 2 Stunden sind wir am Ziel. Die Spitzkoppe, die sich als Inselgebirge in der trockenen Geröllwüste schon vor einigen Kilometer sichtbar gemacht hatte, steht jetzt vor uns. Es erinnert schon fast an Ayers Rock in Australien - auch wenn wir bisher noch nicht dort gewesen sind, bisher! Sie ist als Matterhorn Namibias - und das ist nicht gelogen - bekannt, denn sie wurde erst 1946 bezwungen und ist nur von sehr erfahrenen Bergsteigern zu meistern. Im Sommer ist sie überhaupt nicht zu besteigen, da das heiße Gestein die Hände wohl regelrecht verbrennt. Die Spitzkoppe ist 1.728 Meter hoch, die kleine Spitzkoppe 1.584 Meter, wobei der Höhenunterschied zum Umland nur 700 Meter beträgt. Die Felsformation war offensichtlich ein heiliger Platz für die San, deren Felszeichnungen wir dort auch sehen möchten. Das Felsmassiv aus Granitgestein gehört zur Erongo-Massiv und entstand vor mehr als 100 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität, als Magma nach oben drang, jedoch nicht bis an die Oberfläche gelangte und schlussendlich durch Winderosion, die in Millionen von Jahren das Deckmaterial abgetragen hat. Unser Campingplatz ist ohne sanitäre Anlagen, also ein kleines gemauertes Loch mit Vorhang, aber der Gestank bei dieser Hitze treibt alle hinter den nächsten Busch. Es ist zu heiß zum Wandern und so verschieben wir den Spaziergang ins Umland auf um 3. Für knapp 20 Rand bekommen wir eine kleine Führung in die nähere Umgebung und schauen uns einige Felsmalereien - gut, die Buschwanderung war eher ein Scherz und eher eine mildtätige Spende an die Menschen, die in dieser Ödnis leben, als eine erstgemeinte Exkursion - aber wir haben immerhin noch 2 Bäume kennen gelernt, trotzdem sehr seltsam, dass uns ein Nama Buschmannzeichnungen zeigt! Aber die Landschaft ist einfach traumhaft - zahllose Granitfelsen in verschiedensten Formen und Verwitterungen, deren Besteigung aber nicht so einfach ist, wie es den Anschein macht. Weit und breit ist am Horizont über der Steppe keine Zivilisation zu entdecken. Die Sonne sinkt allmählich hinter den Horizont und erhellt die Spitzkoppe in einem saftigen Orange. Einige von uns, darunter Pigo - einer unserer Koreaner, Steve und zu unserem erstaunen auch Tom, unser Buchautor, entdecken noch ihre Vorliebe für Eseltaxis und düsen mit ihrem gecharterten Marktkarren mit Eselantrieb durch die Steppe, den unser Busfahrer Willhelm liebevoll Kalahari-Ferrari tauft. Die Nacht am Lagerfeuer wird lang, auch wenn es diesmal keine Bar zum Leertrinken gibt - leider.