Am Abend gibt es wieder Kamel mit Nudeln. Kamelfleisch kann man vom Geschmack und Aussehen her mit Rindfleisch vergleichen. Nach dem Essen begeben wir uns alle in die aufgebauten Zelte. In dieser Nacht ist es zwar windstill, aber saukalt. Feuer können wir auch keines machen, da man es aufgrund der extremen Dunkelheit kilometerweit sehen kann und dies wahrscheinlich auch einige gefährliche zwielichtige Gestalten anlocken würde.

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28. Jänner, wir befinden uns auf der TANEZROUFT-Piste, der kürzesten Verbindung von ALGERIEN nach MALI (TANEZROUFT = Land des Durstes). In jedem Reiseführer wird ausdrücklich davor gewarnt, diese sehr gefährliche Strecke zu befahren, weil das Risiko, überfallen und beraubt zu werden, hier extrem groß ist. Die spärlichen Aufzeichnungen im Reiseführer stammen aus dem Jahr 1990 mit wenigen Neuerungen von 1999, die meisten anderen Routenbeschreibungen sind 2001 oder 2002 komplett überarbeitet worden. Wir müssen aber diese Route nehmen, weil wir sonst keine Chance haben, rechtzeitig in Dakar anzukommen. Am Vormittag kommt es auch schon zu einem Überfallversuch. Ein Landcruiser mit fünf Schwarzen täuscht eine Panne vor. Während wir versuchen, den Toyota-Geländewagen der fünf Banditen wieder flott zu bekommen, merken wir, dass eigentlich nichts kaputt ist. Wir geben aber trotzdem Starthilfe, um uns nicht anmerken zu lassen, dass wir sie durchschaut haben, sonst könnte es unter Umständen gefährlich werden für uns. Weil wir aber doch viele Leute sind und weiträumig verteilt stehen, steigen die fünf wieder in ihren Toyota und brausen davon. Gleich darauf sehen wir, wie sie sich unterhalten und nach ein paar Kilometern stehen sie wieder am Pistenrand und täuschen einen Platten vor. Doch wir sind gewarnt und brausen vorbei – Richtung BORDJ MOKHTAR, wo wir nach Mittag eintreffen.