Auf vielen Häusern hängen nach wie vor Schilder mit der Aufschrift „Restaurant“, da dieser Ort einst touristisch sehr bedeutend war, was allerdings schon über zehn Jahre her ist. Auch hat es hier einmal einen sehr schönen Campingplatz gegeben, doch auch davon ist nichts mehr zu erkennen. Der Militärchef sagt uns, dass der weitere Verlauf der Piste in sehr schlechtem Zustand ist und wir deshalb hier übernachten sollen. Wie sich aber am nächsten Tag dann herausstellt, ist die Piste in einem super Zustand, man hat nur ein bisschen mit uns verdienen wollen – warum nicht. Es kommt ja sonst niemand vorbei.

Schon während des Essens am Nachmittag – es gibt Reis, Cous-Cous und eine dubiose Fleischsauce – kommen Abgeordnete von einem Tuareg-Stamm, die Wegzoll verlangen. Die erste Gruppe – es kommen insgesamt vier Parteien – ist nach langem Verhandeln mit einem Sack Kleidungsstücken zufrieden.

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Ein anderer bietet sich uns als Führer an, begnügt sich aber damit, mit uns einen guten Tauschhandel zu absolvieren. Bei dieser Gelegenheit erstehe ich ein wunderschönes Amulett und einen Armreifen getauscht gegen eine ärmellose Jacke von mir – obwohl es dem Mann völlig unverständlich ist, wozu man Jacken ohne Ärmel erzeugt. Für die Nacht bekommen wir einen abgeschlossenen Hof mit ein paar Räumen zur Verfügung. Wir sind ständig umringt von Kindern, die sehr neugierig, aber nicht aufdringlich sind.

Meinem Fuß geht es in Anbetracht der Strapazen und der ständigen Bewegung recht gut. Ich habe fast keine Schmerzen mehr, und die Wunde ist nicht entzündet. Als es Schlafenszeit ist, teilen wir uns auf die 3 Räume auf. Herrbrenner bekommt einen allein, doch bereits nach einer halben Stunde liegen bis auf 3 Hartgesottene (Andi Weiser, Peter und ich) alle draußen im Hof, die Schnarcherei ist nicht auszuhalten.